Tauchreiseführer Griechenland II - Inseln (außer Kreta)

Wie Band I ein Almanach mit vielen Griechenlandinfos, u. a. in einigen schon aus dem 1. Teil bekannten Kapiteln wie Reisekompass, Tauchen und der kompletten Tauchbasenübersicht. Außerdem viele Kurzbeschreibungen von Inseln, auf denen sich Tauchbasen etablierten, und ihre Tauchstellen. So für Evia, Skiathos, Alonnisos, Thasos und Samothraki, den Nordostägäischen Inseln von Limnos bis Samos, den Kykladen (u. a. Mykonos, Paros, Santorini), der Dodekanes (Kalymnos, Kos, Rhodos usw.) und den Ionischen Inseln, u. a. mit ihren berühmtesten Vertretern Korfu und Zakynthos. Rund 75 Tauchbasenporträts nach ihren Webseiten. Aber nur wenige Hinweise zum Tauchen auf eigene Faust! Ungefähr 266 Seiten DIN A4, 430 Schwarz-Weiß-Abbildungen (Fotos, Karten, Cartoons, Webseiten) und 230 Tauchbasenadressen. Erstauflage Mai 2009, ISBN 978-3-937522-22-7, gebundener Ladenpreis 16,80 €, Hardcover 21,80 Euro.. Bei Versand ins europäische Ausland plus 4,50 € Porto.

Zur Broschürengestaltung und Auslieferung vgl. unbedingt Ausführung und Gestaltung  auf der Seite "Tauch-Info-Büro".

Textauszüge aus diesem Band: Inhaltsverzeichnis Band II  |  Aus den Vorbemerkungen  |  Tauchen  | Vergl. auch Band I

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Inhaltsverzeichnis Band II:

1.  Plädoyer, Inhaltsübersicht, Vorbemerkungen

2.  Reisekompass

Landesgliederung - Klima und Wetter - Reisekompass - Kleines Reise-ABC - Schwammtaucher - Ein letzter Reisevorschlag

 3.  Erste Begegnung

4.  Anreise und Aufenthalt

 Ein- und Ausreisebestimmungen - Flugzeug - Kraftfahrzeug - Eigenes Kraftfahrzeug - Autofähren Italien - Griechenland - Innergriechische Fähren

 5.  Unterwasserwelt

 Mittelmeer - Pflanzen - Tiere - Schwämme - Nesseltiere - Blumentiere - Borsten- und Röhrenwürmer - Schnecken - Muscheln - Tintenfische - Stachelhäuter - Krebse - Seescheiden

6.  Tauchen 

Meer und Wetter - Gesetze und Tauchgebiete - Tauchen - Tauchausrüstung 

Im folgenden werden wichtige Regionen, Tauchgebiete und Inselgrup­pen Griechenlands aufgeführt. Attika mit der Metropole des Landes eröffnet den Reigen, die anderen folgen mehr oder minder im Uhrzeigersinn. 

8.  Evia

9.  Sporaden

Skiathos - Alonissos

 10.  Thasos

11.  Samothraki

12.  Nordostägäische Inseln

 Limnos - Lesvos - Chios - Samos 

13.  Kykladen

 Ostkykladen:

Tinos - Mykonos - Syros - Paros - Antiparos -  Naxos - Amorgos - Ios

 

Westkykladen

Kythnos - Milos - Santorini

 14.  Dodekanes

Patmos - Leros - Kalymnos - Kos - Rhodos - Karpathos

  17.  Ionische Inseln

Korfu

Moraitika - Kavos - Agios Gordis - Ermones Beach - Paleoka­stritsa - Agios Georgios - Acharavi - Kassiopi - Nissaki

 

Paxos

Lakka - Gaios - Antipaxos

 

Lefkada

 

Kefallonia

 

Zakynthos

Agios Nikolaos - Laganas - Limin Keriou

19.  Literatur- und Quellenverzeichnis

 20.  Tauchbasenverzeichnis

Nach Regionen geordnet - alphabetisch geordnet

 Anhang

·       Notfälle

·       Verlagsprogramm

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Aus den Vorbemerkungen:

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfuhr die Bundesrepublik Deutschland einen breiten wirtschaftlichen Aufschwung bis dato ungekannten Ausmaßes. Vollbeschäftigung, ein Auto in fast jedem Haushalt der Berufstätigen, im Sommer Reisen meist ins west- und südeuropäische Ausland. An der Spitze Bella Italia, aber auch Frankreich, Spanien, Jugoslawien und Griechenland. Durch die Erfindung eines unproblematischen Drucklufttauchgerätes durch E. Gagnan und J.-Y. Cousteau und die Popularisierung durch Hans Hass gehörte das Sporttauchen zu den neuen schicken Sportarten.

Frau, Kind, Zelt, Tauchgerät, Kompressor, Schlauch­boot - je nach dem was man hatte - wurden in den Kleinbus geladen und ab ging es irgendwohin zu Taucherferien ans leicht erreichbare Mittelmeer. Nicht nur Entdeckerfreude und Alternativlebenswünsche der Grund, sondern so war auch alles gerade noch erschwinglich. Individuelles Tauchen damit Kür und Pflicht, Tipps zu geeigneten Tauchplätzen und Verzeichnisse von Druckluft-Füllstatio­nen unerlässliche Utensilien. Auch immer mehr Tauchbasen - der Wunsch tauchender Touristen nach mehr Bequemlichkeit und Sicherheit ist einer ihrer heimlichen Väter - begannen die mediterranen Küstenlinien zu säumen . . .

Und heute? Wir sind ungleich reicher als in den Sechzigern - und viele auch ärmer! Harz IV-Empfänger haben wenig Spielraum für Tauchreisen. Und wer von den am Tauchen interessierte einen guten Job hat, jettet hinaus in die Welt. Vierzehn Tage Rotes Meer bieten allemal mehr Blicke auf Fische und Korallenwunder und sind nicht einmal deutlich teurer als - sagen wir - zwei Wochen Kreta!

Aber dennoch: hin und wieder sind unter den mehr als 14 Millionen Touristen, die alljährlich Hellas überfluten, auch einige Leute, die mit Sack und Taucherpack individuell und mobilisiert anreisen und hier auch tauchen wollen. Und die Tauchbasen mehr scheuen als Dracula die Knoblauchzehen. Zu viel Massenbetrieb, zu teuer, zu stressig, zu organisiert und durchgeplant oder was auch immer. Wie kann beispielsweise ein Unterwasserfotograf mit schussbereiter Kamera zehn Minuten vor einer Röhrenwurmbehausung lauern in der Hoffnung, dass dieser sich erneut entfalte - wenn hinter ihm die Taucherherde tobt und weiter will oder muss? Aus Deutschland anreisende Individualtaucher werden hier nicht ganz vergessen, aber heute sind das gewiss nur noch wenige! 

 Die vorliegende Infoschrift ist des­halb vor al­lem für jene Taucher konzi­piert, die sich in Griechenland um­schauen möchten und die hier - neben dem Er­le­ben von Land und Leu­ten oder bloßem Relaxen - auch gelegentlich mal tauchen. Land, Leute, Kultur, Genuss, Entspannung - was immer man will. Reine Tauchreisen, also etwa zwei Wochen lang nur Druckluft ziehen, Fisch satt und Kameraspeicherkarte voll, unternimmt man eher in andere Regionen.

In diesem Tauchführer plädiert der Verfasser deshalb vor allem für

  • für Tauchgänge mit der Logistik und der Erfah­rungen einheimischer Sport­tau­cher oder den von kommerziel­len Tauch­ba­sen. Wie gesagt, das ist heute für anreisende Sporttaucher beim Tauchen in Griechenland der Normalfall.

  • für einige individuelle Tauchgänge vom Ufer aus, also da und dort ein wenig schnorcheln. Mehr wird meist nicht sein, aber das ist nahezu überall möglich. Und bringt es nicht tolle Tauchabenteuer, so bleibt man doch mit dem geliebten Element in Kontakt und Kondition. Vielleicht besser als ein reiner Badeurlaub. Nur selten wird einem auch das Glück beschert sein (Buddy und entsprechende Qualifikation vorausgesetzt), dass man vor Ort Geräte ausleihen und in aller Ruhe einige individuelle Tauchgänge unternehmen kann. Und ein allerletzter, aber leider wenig wahrscheinlicher Trost: vielleicht finden Sie beim Schnorcheln ja auch den Langeweilebonus für öden Sandgrund, etwa eine verlorene Rolex oder so?

       Der Verfasser gesteht, in seinem Plä­doyer für basenorientiertes Tauchen außer der Sicherheit und Be­quemlich­keit noch ei­nen anderen Aspekt im Hinter­kopf zu haben: den Schutz (nein, nein, nicht den von Tauchlehrer­ar­beits­plätzen) des Tau­chens und der Tauch­gebiete. Un­kontrol­liertes Tau­chen ver­leitet - ach wie leicht sind wir doch verführbar - zu Missbräuchen! Trotz immer strenger werdenden Gesetzen! Lacht da nicht eine Lan­guste, leuchtet hier nicht ein schönes Schnecken­haus, provoziert dort nicht ein aus dem Grund ragen­der Am­pho­renhals? Was macht es schon, wer sieht es denn (wenn nicht der meist wach­same Tauch­guide, besorgt um seine Kundenweide)? Doch die Ab­wand­lung ei­nes Slo­gans vergangener Zeiten ist wohl mehr denn je gültig:

 So wie wir heute tauchen, wird morgen die Umwelt und Gesetzgebung sein!

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6. Tauchen

Die griechischen Küsten“ schrie­ben Hass und Katzmann vor fast zwanzig Jahren in dem ersten und einzigen Tauch­führer für den gesam­ten Mittel­meer­raum, „sind ein ideales Gebiet für Taucher. Abgesehen von der Umgebung größerer Häfen und Touri­sten­zentren ist das Wasser ungewöhnlich sauber und klar, in manchen Gegenden erreicht die Sicht­weite bis 60 Meter. Das Tauchen ist ganz­jährig möglich. Die beste Zeit ist von April bis Mitte Okto­ber, dann setzen bis Ende November Stürme ein, ebenso im März. Die Fauna, nicht zuletzt jene der zahllosen Grotten und Höhlen, ist unge­mein reichhaltig; aller­dings sind in vielen Gebieten größere Fische selten.“ (1976)

Und Dieter Melzer, der schon viel und nicht nur in Griechenland herumge­kommen ist, formulierte einst: „Ich wage sogar die kühne Behauptung, Griechen­lands Tauchgründe gehören zu den schönsten Europas.“ (1978)

Die Jahre sind vergangen, die An­sprüche der Taucher sind größer und anders und die großen Fische sind noch seltener geworden . . . Carsten Schmidt (2008) beispielsweise schreibt auf seiner Homepage: „Meine persönliche Meinung zu den Tauchgebieten ist, das es sich nicht lohnt, einen reinen Tauchurlaub in Grie­chenland zu planen. Es sollte eher als zusätzliche Attraktivität angesehen werden. Es gibt natürlich Sehenswertes wie Schwämme, Tintenfische, Sepien und vieles mehr, aber das reicht sicher nicht aus, um einen eine ganze Woche lang unter Wasser zu halten. Interes­sante Gebiete sind zum Beispiel Zakynthos, bekannt für die häufig anzutreffenden Meeresschildkröten oder den Marinenationalpark um die Sporaden­inseln wie Alonysos. Hier sieht es dann aber schon wieder schwierig aus mit Gerätetauchen, da der Park eines der wenigen Schutzgebiete der Mönchsrobben (Monachus Monachus) ist. Diese niedlichen Rob­ben sind vom Aussterben bedroht und ihre Zahl wird auf gerademal 600 Tiere geschätzt. Also bitte nicht mit dem Gedanken spielen, diesen Tieren beim Tauchen zu begegnen. Die Gegend ist allerdings sonst zum Tauchen und hauptsächlich Schnorcheln bemerkens­wert.“

Meer und Wetter

Griechenland ist praktisch ein riesiges aus dem Meer ragendes Gebirge und die Inseln sind, wenn man so will, die übriggebliebenen Gipfel jener Felsmas­sive, deren Hauptmasse einst im Meer versank. So erklärt sich die meist wilde zerklüftete Küstenlinie mit schroffen Fels­abstürzen, Schluchten, Klippen und zahllosen Buchten. Nur hier und da schwemmte das Meer feinen Sand an und schuf die zwar von den Unter­wasser­menschen skeptisch beäug­ten, aber dafür von deren Familienangehö­rigen und sonstigen Badegästen begrüßten Strände. Mit der Strömung ver­frachteter Sand und aller­lei Sedimente ebneten aber auch etliche Spalten ein, nivellierten mancher­orts zer­klüftetes Terrain und das zähe Bemühen einer kaum überschaubaren nie­deren Tier­­welt bewirkte ein Übriges an Gleich­macherei.

Die seismischen Aktivitäten auf dem Balkan reichen bis in die Gegenwart und werden auch für die Zukunft erwartet. Sie schufen zusätzliche Quellen für des Tauchers Entzücken: übereinander ge­türm­te Felsbrocken, Spalten, (auch durch Auswaschungen entstandene) Grotten und Höhlen. Und von all dem geprägt sind die Unter­wasser­landschaften.

Der Taucher sollte nun eigentlich ahnen, was ihn je nach Küstenabschnitt erwarten könnte: „Lusttauchgänge“ mit zarten Farben und leisen Tönen, mit einer niederen Tierwelt und dem Schwe­ben über Felsböden, um aufgetürmte Stein­blöcke, Schluchten, durch Grotten, Höh­len und Torbögen, entlang enger Kamine und atemberau­bender Steil­wände, aber auch über für Unein­geweihte oft langweilige See­graswiesen und Sand­gründe - und das alles bei gewöhn­lich guter Sicht.

Die meisten dieser UW-Landschaften sind eigentlich in fast allen griechischen Tauchrevieren zu finden - nur halt nicht immer vor der Haustür. Es liegt häufig nur an fehlender Ortskenntnis oder man­geln­dem Baseninteresse, wenn Taucher wäh­rend ihres Urlaubs immer wieder mit den­selben schlichten Tauch­stellen vor­lieb nehmen müssen. Warum auch so weit fahren, Zeit und Kraftstoff ver­schwenden, wenn man die Jungs noch in Sichtweite leidlich be­dienen kann? Die zahlen eh nicht mehr! - Die Basen müssen auch leben, natürlich, da beißt die Maus keinen Faden ab. Wer aber das Gefühl hat, aus­schließlich nur ein rasch abzu­kas­sierender Kunde zu sein, der sollte ganz schnell den Stützpunkt wechseln.     nach oben

Wind

Aus welcher Richtung und mit was für einer Stärke der Wind weht, ist nicht nur für Seeleute und Surfer interessant, sondern tangiert auch das Tauchervolk. Der Wind produziert Wellen. Die Wellen rühren das Wasser auf, trüben die Sicht, machen Schlauch­bootfahrten zur Band­scheibentortur und erschweren den Aus­stieg. Und früher oder später sagt der Tauchbasenboss: „Rien ne va plus! Aber vielleicht wieder Morgen?“ Aller­dings wären Rück­schlüsse aus häufigster Wind­richtung und Lage der Tauchbasis an windexponierterer Stelle auf deren Ar­beits­fähigkeit auch nur be­dingt mög­lich. Die in dieser Beziehung un­günstiger lie­genden Tauch­basen bitten einfach die Kunden in ihre Kraft­fahr­zeuge und fahren zu einer anderen Stelle.

So stabil und abschätzbar das grie­chi­sche Klima ist (der Sommer be­ginnt früh und ist stets heiß und trocken), so launisch zeigen sich in unserem Taucher­land die Winde. Die Nautiker unter­scheiden vier große Windzonen, in deren Überla­gerungs­bereichen sich natür­lich die Verhältnisse überschneiden werden.

1. Das Ionische Meer einschließlich der Westküste der Peloponnes. Hier, im nördlichen Bereich, herrscht im Sommer der Maestro, ein leichter bis mäßiger Nordwestwind. Er kommt des Nach­mittags auf und empfiehlt sich gewöhn­lich wieder bei Sonnenuntergang. West­lich und südlich der Peloponnes wehen von Zeit zu Zeit mäßige bis starke Westwinde. Nur kurz und selten dringt der Schirokko, ein wegen seiner alles läh­m­enden Hitze gefürchteter Südwind, bis in diese Region vor.

2. Zur zweiten Zone gehört das See­gebiet südlich von Attika und östlich der Peloponnes. Die wie gewaltige Sperr­riegel davorliegenden Landmassen im Norden schützen es vor den im Sommer üblichen Nordwinden. Deshalb herrscht hier im Frühsommer meist Windstille oder es kommt ein sanftes Wehen aus südlichen Richtungen. Ab Juli dann be­lüftet der Meltemi das gesamte Gebiet.

3. Der größte Teil der Ägäis, ein­­schließlich der Sporaden und Kykladen, rechnet zur dritten Zone. Den ganzen Sommer über herrscht in der Nordägäis Nordostwind und im südlichen Teil Nordwestwind, der Meltemi.

4. Die letzte Zone liegt vor der türkischen Küste. Hier wehen im Som­mer heftige Meltemi-Winde, vor allem im Norden, während im südlichen Teil oft die Richtung wechselnde leichte Brisen vorherrschen.

Der trockene, heiße und oft Staub mitführende Wüstenwind Schirokko kann überall gelegentlich für einige Tage seine Glut lähmend nicht nur über das Tauchervolk ausbreiten. Schwere Stürme dagegen treten fast nur im Winter und Frühling auf.

Der Wind an den Küsten kann sich indes erheblich von jenem unters­cheiden, was weiter draußen auf See vor sich geht. Durch Staueffekte, Wind­schatten, die Berge herabgleitende Fallwinde können sich die üblichen Wirkungen verstärken, abschwächen oder Rich­tungs­änderungen erzwingen.

Schließlich existiert noch ein an der Mittelmeerküste besonders gut zu beob­achtendes Land-Seewindsystem, vor allem an ruhigen warmen Tagen und klaren Nächten. Vormittags kommt eine See­brise auf und erreicht am frühen Nachmittag ihre größte Stärke. Am Abend schläft sie wieder ein. Es herrscht Windstille, bis nachts ein seewärts gerichteter schwächerer Landwind ein­setzt (die von der Sonne tagsüber aufgeheizten Land­masse erwärmte und nun in Richtung See abfließende Nacht­luft), der bis zum Sonnenaufgang zu wehen pflegt. Störungen in diesem Zyklus verheißen Wetteränderungen.

Gezeiten und Strömungen

Das Mittelmeer ist bekanntlich nur durch die Straße von Gibraltar mit dem großen Weltmeer verbunden. Das medi­ter­rane Hauptströmungssystem wird ge­prägt durch den Wasseraustausch zwi­schen dem Atlantikwasser, das ober­flächennah über die Straße von Gibraltar einströmt und dem salzigeren Wasser des Mittelmeeres, das in der Tiefe wieder hinaus in den Atlantik fließt. Haupt­ursache für diese Erscheinung ist die Ausgleich erheischende hohe Verdun­stungsrate des Mittelmeeres.

Die Hauptströmung zirkuliert entgegen dem Uhrzeigersinn. Das kalte Atlantik­wasser fließt also zunächst entlang der afrikanischen Küste, wird dort erwärmt und kehrt dann entlang der nördlichen Mittelmeerregionen, auf diesem Weg immer weiter aufgeheizt, zurück zum Atlantik. Deshalb erreicht im Sommer das Mittelmeer auch immer so ange­nehme Badewassertemperaturen.

Die Strömun­gen passieren die offenen grie­chischen Gewässer gewöhnlich mit Geschwindigkeiten von maximal 0,8 bis etwa 1,2 km je Std. - zu schnell für einen Taucher, um auf die Dauer dagegen anzuschwimmen.

Doch gegenüber „dem Atem des Welt­meeres“, dem Pulsieren der Gezeiten­ströme, ist das Mittelmeer ziemlich ab­ge­schottet. Es ist praktisch ein Binnen­meer, doch mit im Gegensatz zu den Ozeanen viel zu geringen Ausdehnungen (seine Fläche ist nur etwa zehnmal so groß wie die alten Bundesländer), als dass sich hier die Anziehungs­kräfte von Sonne und Mond erheblich auswirken könnten. Die gezeiten­bedingten halb­tägigen Schwan­kungen des Wasser­standes­ liegen im Mittel etwa bei 10 cm um Kreta, weiter nördlich bei 20 cm und in der nördlichen Ägäis bei 40 cm. Sie sind deshalb in den griechischen Gewäs­sern kaum zu spüren, noch verursachen sie merkliche Strö­mun­gen, etwa durch ablaufendes Wasser. - Und schließlich wirken hier und da noch von den Schub­kräften des Windes ausgelöste Ober­flächenströmungen.

Alles in allem aber: Wenn überhaupt, existieren für Taucher gefährlich werdende Wasserbewegungen gegebe­nen­falls so regional begrenzt, als dass sich hier allgemeine Hinweise nieder­schreiben ließen. Man muss da schon auf die Erfahrung der Tauchbasenchefs bauen und kann das Thema Strömungen in griechischen Ge­wässern gewöhnlich vergessen. Auf Zakynthos beispiels­weise sind den Basen im Rahmen potenzieller Tauch­ziele nur zwei Orte bekannt, an denen wenigstens zeitweise Strömung herrscht - und wo sich dann auch ein Strömungs­tauchgang arran­gieren ließe!     nach oben

Wassertemperaturen

 Generell gilt: Das Oberflächenwasser des Mittelmeeres ist im Februar am kältesten und im August am wärmsten und die Temperatur nimmt sowohl von Nord nach Süd als auch von West nach Ost zu. Ganz im Osten kann es bis zu 29 °C warm werden. Eine Über­sicht zu der üblichen Temperaturver­teilung zei­gen in unserer Publikation die nebenstehenden Karten (nach: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, 1991).

Lokale Differenzen und Abwei­chungen, bedingt durch jahreszeitliche Schwan­kungen der Großwetterlage sind die Regel. So ist das Wasser an der Südküste Kretas oft etwa um ein bis zwei Grad wärmer als jenes an der Nordküste. Und wenn von den Hängen mancher küstennaher Gebir­ge Fallwinde herab­sausen, so können sie das wärmere Oberflächenwasser wegtrei­ben mit der Folge, dass aus der Tiefe kühleres Wasser nachquillt. In seichteren geschlosseneren Buchten wiederum er­wärmt sich natur­gemäß das Wasser rascher und stärker als anderenorts. Die so aus man­cher­lei Gründen möglichen Tempe­ratur­schwan­kungen betragen je­doch nur selten mehr als 2 °C oder 3 °C.

Sichtweiten

Hierzu gibt es nur wenig zu sagen, denn die Sichtweiten sind fast immer gut bis ausgezeichnet. Man muss schon einen sehr schlechten Tag erwischt haben oder sich in der Nähe größerer Orte, Häfen oder Touristenzentren befinden, wenn sie noch unter 20 m liegen sollte. Besonders die Ägäis ist bekannt für gute Sicht­verhältnisse. Gewöhnlich kann man hier von einer Sichtweite von 30 bis 40 m aus­gehen und mancherorts sogar noch mehr! Mit größeren jahreszeitlichen Schwan­kun­gen, wie in den kälteren Meeren und vor allem in den Binnen­seen, ist nicht zu rechnen; oder sie sind nicht so gra­vierend, dass danach die Reisezeit modifiziert werden muss.


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Tauch-Info-Büro Norbert Gierschner

           

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