Meine illustrierte Chronologie und Bibliografie der Tauchgeschichte - Band I: Zeittafeln und Bilder

 

Erstauflage Dezember 2007, 206 Seiten DIN A4, Ringbindung, Kartonrücken, rund 600 Schwarz-Weiß-Abbildungen, ISBN 978-3-937522-16-6, gebundener Ladenpreis 17,80 Euro, Hardcover 22,80 Euro. 

 

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Zu umfangreich das Daten- und Bildmaterial, zu groß die Furcht des Autors, dass beim Speichern großer Dateien (die Datei Chronologie z. B. aus dem Band "Meine Bibliografie und Chronologie Tauchgeschichte" enthält 80 Seiten DIN A4!) Bytes verloren gehen könnten, als alles dauerhaft in nur einem Band vereinigt zu lassen. Auch galt es ca. 600 Abbildungen unterzubringen. Und ein wenig schielte er dabei auch auf den englischsprachigen Markt, etwa mit englischen Angaben in der Titelei oder bei den Überschriften. So entstand aus genanntem Titel eine neue mehrbändige Version. Aber keine Bange, man muss kein Englisch verstehen, um auch mit diesen Ausgaben zurecht zu kommen.

Inhalt: Contents of both volumes    Vorbemerkungen    Preliminary remarks  Abbreviations / Abkürzungen    Chronologie für die Zeit:  1. Before Christ      2. Anno Domini-999    3. 1000-1499    4. 1500-1599  ●  5. 1600-1649    6. 1650-1699    7. 1700-1749    8. 1750-1799    9. 1800-1824    10. 1825-1849    11. 1850-1874    12. 1875-1899    13. 1900-1918    14. 1919-1938    15. 1939-1945    16. 1946-1952    17. 1953-1959    18. 1960-1964    19. 1965-1969    20. 1970-1979    21. 1980-1999    Index of names    Picture credits / Bildnachweise.

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Textprobe:   1. The Time before Christ:

Jeder Beginn pflegt sich im Dunkel der Vorzeit zu verlieren. So auch in der Geschichte des Tauchens. Doch einige Daten sind bekannt, etliches aber ist vage und ungenau:

8000-5000 v. Chr. 

In den Überresten vorgeschichtlicher Siedlungsstellen in Strandnähe, besonders in dem dänischen Kjökkenmöddinger (dän. für Abfallhaufen) der Mittelsteinzeit, finden sich u. a. Schneckengehäuse und Muschelschalen, die wohl nur tauchend aus dem Meer geholt werden konnten.

 

6000 v. Chr.           

Von den wohlhabenden Frauen aus Babylon wird berichtet, dass sie sich mit Perlen schmücken. „O Tyrus, die Syrer haben bei dir geholt deine Arbeit, was du gemacht hast, und Rubine, Purpur, Teppiche, feine Leinwand und Korallen und Kristalle auf deine Märkte gebracht.“ (Ezechiel 27, 16-23).     nach oben

 

4500 v. Chr.           

In den Siedlungsresten von Bismaya (Babylon) werden Einlegearbeiten aus Perlmutter gefunden.

 

3200 v. Chr.           

Im ägyptischen Theben werden Perlmutterschalen für Schnitzarbeiten verwendet.

 

2899-2800 v. Chr.  

In dem sumerischen „Epos von Gilgamesch “ wird im 11. Lied berichtet, dass Gilgamesch, der Führer der Stadt Uruk, mit Steinen beschwert ins Meer taucht, um Heilkräuter zu sammeln. Die auf Tontafeln geschriebenen Verse existierten in vier altertümlichen Sprachen und lagen in der Bibliothek des Assyrischen Königs Assurbanipal in Ninive.

 

2000 v. Chr.          

Wilde Stämme zahlen dem Chine­senkaiser Yu Tribut auch in Form von Fischen und Austernperlen.     - Auch aus ungefähr dieser Zeit stammt eine assyrische Inschrift, in der ein Kaufmann den Empfang eines Pakets von Perlen aus Bahrain bestätigt.

 

1500 v. Chr.            

Etwa um diese Zeit lösen die Phönizier die Kreter als bedeutendstes Seefahrervolk der Antike ab, erforschen das Mittelmeer, die Küsten des Roten Meeres, Somalia, Arabien, Indien, vielleicht sogar China und entdecken die Kanarischen Inseln und die Scilly-Inseln (Jung).     nach oben

 

1000 v. Chr.             

In der griechischen Mythologie verwandelte sich Glaukos , ein wegen seiner Tauchkunst berühmter Fischer, in einen durch seine Weissagungen beliebten Meeresgott, halb Fisch, halb Mensch.

Die Phönizier werden auch durch den Export von Purpur eine der reichsten Handelsmächte im Mittelmeerraum. Purpur wird aus riesigen Mengen mariner Murex-Schnecken gewonnen, die man wohl auch tauchend einsammeln musste.

 

886 oder 885 v. Chr.

Ein im Britischen Museum in London aufbewahrtes assyrisches Relief aus dem Palast des Königs Assur-Nazir-Pal zeigt Schwimmer mit vor der Brust befestigten Luftsäcken mit Mundstücken. Manche Autoren glauben, diese könnten auch zum Tauchen benutzt worden sein. Aber viel wahrscheinlicher: Es sind Schwimmhilfen.

 

799-700 v. Chr.       

Homer , dessen Existenz man heute in das 8. Jh. v. Chr. legt, berichtet über die „... Verwendung von Schwämmen. Fischer, die nach Schwämmen tauchen, müssen häufig tiefer als 22 m gehen, um bessere Exemplare zu bergen“ (Vallintine 1981). Und Latil et Rivoire (1956) zitieren: „Mit welch ungewöhnlicher Leichtigkeit er taucht“. In meiner von J. H. Voß übersetzten Ausgabe indes berichten die Verse 677-681 nur von Apollons Eingreifen in die Schlacht um Troja.

 

685 v. Chr.           

Plinius berichtet, dass auch Taucher der 685 v. Chr. gegründeten griechischen Siedlung Chalcedon am Bosporus Kupfererz förderten.      nach oben

 

550 v. Chr.           

Im Roten Meer und im Persischen Golf werden in größerem Umfang von Tauchern Perlen geborgen und dieser Geschäftszweig breitet sich aus bis Indien und Ceylon.

 

500 v. Chr.           

Der griechische Gelehrte und Forschungsreisende Hekataios von Milet verfasst eine „Erdbeschreibung“. Auf der ihr entsprechenden kreisrunden Weltkarte liegt das Mittelmeer im Zentrum. Es ist umgeben von den außen abgerundeten Landmassen Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. Der Rand der scheibenförmigen Karte wird umspült vom unheildrohenden „Okeanos“. Die Straße von Gibraltar trägt den in der gesamten Antike gebräuchlichen Namen „Säulen des Herakles“ (Jung).

 

450 v. Chr.           

Wie Herodot etwa um diese Zeit berichtet, sei der Lazedämonier Skyllias bei Aphetae ins Meer gestiegen „... und nicht eher hervorgekommen, bis er bei Artemission war, also ungefähr einen Weg von 80 Stadien durch das Meer gemacht habe.“ Der Taucher Skyllias wird berühmt durch die Bergung von Gold und Silber, das die Perser bei einem Schiffbruch unweit Pylae verloren hatten. Und seine ausgezeichnet tauchende Tochter Hydna (Cyana ) gilt als Erste namentlich erwähnte Taucherin. Sie hilft ihm auch, als Skyllias vor dem Pelion-Gebirge die Ankertaue der feindlichen Flotte Xerxes kappt. In Delphi wird ihr zu Ehren eine Weihestatue aufgestellt. Eine Kopie davon soll die „Venus von Esquilin “ sein. Auch Pausanias schreibt über die beiden Taucher und endet seinen Bericht mit der interessanten Anmerkung: „Die Tauchkunst wird von Frauen nur so lange betrieben, wie sie Jungfrauen sind.“

 

414 v. Chr.           

Wie Thukydides erzählt, zerstören griechische Taucher die Unterwasserbollwerke des Hafens von Syrakus. Die Athener ziehen die eingerammten spitzen Pfähle mit Winden heraus und lassen von Tauchern die Reste absägen.     nach oben

 

332 v. Chr.           

Als Alexander der Große Tyros belagert, kappen gegnerische Taucher die Ankertaue seiner Schiffe, mit denen Alexander die Hafenstadt vom Meer her abriegelt.

 

330 v. Chr.           

Der griechische Philosoph Aristoteles vergleicht ein Gerät der Taucher mit dem Rüssel des Elefanten, den dieser zum Atmen über den Kopf hebt, wenn er einen tieferen Fluss durchqueren muss. Außerdem berichtet Aristoteles von einem Kessel, den Taucher mit hinabnehmen, um sich mit Atemluft zu versorgen. Eine Taucherglocke en miniature!

 

330-325 v. Chr.   

Etwa um diese Zeit soll Alexander der Große und sein Admiral Nearchos mit einem Tauchapparat im Indischen Ozean für einige Stunden unter Wasser geblieben sein. Die Angaben sind widersprüchlich und Foëx (1966) farbige Schilderung ist, wie alles um Alexanders Tauchversuch, nicht belegt. Realer Kern indes mag sein, dass Alexander mit einer Tonne als Minitaucherglocke im Tigris mehrfach Tauchversuche unternimmt - nach einer Schrift seines ehemaligen Lehrers Aristoteles (>330 v. Chr.) durchaus möglicher Stand der Technik.

 

325 v. Chr.           

Der griechische Astronom und Geograph Pytheas unternimmt die erste große naturwissenschaftliche Reise zur Erforschung des Meeres. Er segelt nach England und Island, berichtet von Meereis und Polarlichterscheinungen, wendet astronomische Messungen an, um ein Verfahren zur Bestimmung der geografischen Breite zu entwickeln, und äußert den Gedanken, dass die Gezeiten vom Mond beeinflusst sein könnten (Jung).     nach oben

 

300 v. Chr.              

Bei Isidor von Charax findet sich die Angabe, dass Perlentaucher manchmal bis in eine Tiefe von 20 orgyca (Klafter = 37 m) hinabtauchen.

 

268 v. Chr.              

In dem in Japan geschriebenen Gishi-Wajin-Den werden bereits um diese Zeit japanische Perlentaucherinnen, die Amas, erwähnt. Die Amas setzen diese Tradition bis heute fort.

 

210 v. Chr.              

Philon de Bycance berichtet, dass man mit Hilfe einer Taucherglocke den Silberschatz eines gesunkenen Schiffes aus 32 m Tiefe geborgen habe. Auch schreibt er in seinem „De Selorum Constructione“: „Um zu vermeiden, dass in flachem Wasser Ankerseile von Tauchern gekappt werden, soll man Ankerketten verwenden. Und damit Taucher nicht die Bordwände von Schiffen bewaffneter Soldaten durchbohren, soll man Wachen auf Deck aufstellen, die nach Taucher unter der Oberfläche Ausschau halten“ (Latil et Rivoire 1956).

 

168 v. Chr.           

Wie der römische Geschichtsschreiber Livius Titus erzählt, holen zu der Zeit, als Perseus König von Makedonien ist, Taucher zahlreiche Schätze aus dem Meer.

 

100 v. Chr. - 100   

Vielleicht aus der Zeit um 100 Jahre vor bis 100 Jahre nach Chr. stammt eine Inschrift aus Rom, die von einer am Tiber beheimateten Genossenschaft von Fischern und Tauchern spricht: „piscatrum et urinatorum alvei Tiberis“ (Kapitän 1961, S. 1092).

 

49 v. Chr.               

Der lateinische Dichter Lukan (Lucanus ) erzählt in seinem Epos „Pharsalia“, das den Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius behandelt, auch über die Belagerung Marseilles durch Cäsars Streitkräfte. Er erwähnt einen Taucher aus dieser Stadt namens Phoceus bzw. Phocaicus, der freitauchend allerlei Taucherarbeiten verrichtete.

 

35 v. Chr.               

In einer von Plutarch erzählten Geschichte möchte Antonius vor Cleopatra bei einem Angelwettbewerb angeben. Einer seiner levantinischen Taucher befestigt Fische an Antonius’ Angel. Cleopatra bemerkt den Schwindel und lässt durch ihren Taucher Antonius einen geräucherten Hering fangen!

 

10 v. Chr.               

Livius berichtet über den Einsatz von Tauchern beim Bergen von Schätzen.         Der römische Dichter Ovid, eigentlich Publius Ovidius Naso (43 v. Chr.– um 17 n. Chr.) erzählt in seiner römischen Überlieferung über Aesacus, dass zu Ehren des Gottes Dyonisos auf dem Peloponnes jährlich Taucher- und Schiffswettkämpfe stattfinden.


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Tauch-Info-Büro Norbert Gierschner

           

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