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Tauchen in Irland - nicht nur für Greenhörner!

Tauchgebiete, Basen, Reiseinfos

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188 Seiten DIN A4 mit ungefähr 350 Schwarz­Weiß-Abbildungen: Karten, Zeichnungen, Cartoons, Webseiten und Fotos. Softcover mit farbigem Einband. 3. überarbeitete Auflage / Edition 2012, ISBN 978-3-937522-29-6, gebundener Ladenpreis € 16,80

InhaltsübersichtLeseprobe

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Erste Eindrücke: Nach Irland fährt man nicht zum Tauchen. Man reist, um zu sehen; auch ob das Grün der Landschaften wirklich so grün ist wie es die Tourismuswerbung verspricht. Es ist . . . Mehr als erwartet. Man sieht sich um: Seen, Burgruinen, die kleinen Orte mit ihren bunten Häusern und freundlichen Menschen. Moore und Torfstiche, zerfallene Katen, Felsenküsten, mäanderreiche Flussläufe, schafgesprenkelte Wiesen und natürlich die unzähligen Pubs. Guinness und Whiskey sind manchmal auch mit im Spiel. Nachdenklich schaut der Berichterstatter hinaus auf den regenverschleierten bleigrauen Atlantik. Nur die Autofenster stoppen den scharfen Wind. Das Fahrzeug bebt unter dem Ansturm der Böen. Hinter ihm ragen die mehrere Kilometer langen und etwa 600 m steil ins Meer hinabstürzenden Felsen von Slieve League empor, die dramatischste Klippenlandschaft Irlands. Erneut peitschen Regentropfen gegen das Auto. Tauchen?

Meinungen: „Tauchen vor Irland“, so der Bericht eines begeisterten Reisefans, „heißt Tauchen in Kelpwäldern. Der Lebensraum, den diese meterhohen Tangwälder an den Fels- und Klippenküsten Irlands schaffen, ist enorm artenreich an Wirbellosen wie an Wirbeltieren. Wer hier in Tiefen von 0 bis 15 m erstmals in das für die Felsküsten der ostatlantischen Kaltwassergebiete so typische Biotop eintaucht, ist überrascht von der Arten-, Formen- und auch Farbenvielfalt. Dicht an der Felswand schwimmen die bis 30 cm großen Kuckuckslippfische. Gut getarnt zwischen den Laminarien stehen Seenadeln, und zwischen den Algenstängeln ruhen tagsüber auch die gar nicht seltenen Katzenhaie... Auch wenn das Wetter einem die Lust an dem geplanten Tauchgang nehmen sollte oder diesen gar für Tage ganz unmöglich macht, die irische Landschaft mit den unzähligen malerischen Buchten, winzigen Fischerhäfen und kleinen Städten hat bei jedem Wetter ihre Reize. In den geschützten Gebieten im Südwesten der Insel trifft der Reisende immer wieder auf subtropische Vegetation. Baumhohe Fuchsienhecken sind im Sommer mit ihrer Blütenpracht eine der Hauptattraktionen der südwestirischen Landschaft.“ (Uecker, 1993)

Realitäten: Tauchen in Irland bedeutet in der Regel Tauchen am Rande des offenen Atlantiks. Und die irische Atlantikküste hat zwei Gesichter: Bei ruhigem Wetter ein schönes mit klarem Wasser und einer mancherorts beeindruckenden Tier- und Pflanzenwelt - und das unfreundliche mit jähen Wetterumschwüngen, Stürmen, Regenschauern und einer tobenden See. Man verkröche sich am liebsten hinter einem Ofen. So man einen hat. Nach der Einschätzung irischer Sporttaucher steht die Chance zu Wetterverhältnissen, die das Tauchen auch im offenem Meer erlauben, allenfalls fifty-fifty! In der einen Saison ist sie etwas besser, zur anderen Zeit schlechter. In des Verfassers erstem Irlandspätsommer hatte er - bedingt auch noch durch mangelnde Kenntnisse, fast gar keine Chance, dafür aber jede Menge Regen. Da kannte er allerdings auch noch nicht die alternativen Tauchgebiete, die es fast überall gibt. Wir werden darauf hinweisen!

Olaf Huber aus München, übrigens der erste, der sich beim Verfasser mit etlichen Tipps zu Wort und zum Thema meldete, sieht es so: „Für mich war Tauchen in Irland zum wiederholten Male ein herausragendes Abenteuer, weil es ein Naturverständnis und Erlebnis bedeutet, das man sich erst durch Aufwand und Mühsal zu erarbeiten hat, das nicht an der Rezeption zu buchen ist. Es hinterlässt aber ungleich mehr bleibende Eindrücke und Freude.“     nach unten     nach oben

 

Inhaltsübersicht

Vorbemerkungen / Irland: Landschaften (11) - Landesgliederung (11) - Klima und Wetter (11) - Reisezeit (11) - Informa­tionen (12) - Touristen Information Offices (12) - Reise-ABC (14) / Anreise und Aufenthalt: Einreisebestimmungen (17) - Haustiere (17) - Flugzeug (18) - Kraftfahrzeug (18) - Le Shuttle/Eurotunnel (19) - Fährschiff (19) - Unterkunft (21) - Camping (21) - Auto/Fähre oder Flugzeug? (22) / Tauchen: Wind und Wellen (25) - Gezeiten (25) - Boote (26) - Tauchausrüstung (27) - Tauchen (27) - Gesetze (28) / Unterwasserwelt: Sichtweiten (29) - Wassertemperaturen (29) - Pflanzen (29) - Tiere (30) / Dublin: Dublin (35) - Basen, Klubs und Shops (35) - Der irische Sporttaucherverband (38) / Wexford: Hook Peninsular (39) - Slade Harbour (41) - Westhook Head (41) / Waterford: Waterford (50) - Dungarvan (50) - Ardmore (50) / Cork: District Kinsale (56) - District Skibbereen (62) - Baltimore (64) - Lough Hyne (66) - Dunmanus Bay (68) - Mizen Peninsula (69) - Roaringwater Bay (71) - Beara Peninsula (71) - Bere Island (72) / Kerry: District Caherdaniel and Castlecove (76) - Valentia Island (78) - Skellig Islands (80) - Dingle (82) - Maharee Islands (86) / Clare: Ross Peninsula (92) - District Kilkee (92) - The Burren Country (97) / Galway: West Connemara (102) - Inishbofin (108) - Carraroe (109) / Mayo: Clew Bay (112) - Clare Island (113) - Achill Island (115) - North Mayo (118) / Sligo: Mullaghmore (124) - Tauchplätze (124) / Donegal: North Donegal Bay (128) - Southwest Donegal (131) - Cruit Island (133) - Sheep Haven (133) - Mulroy Bay (134) - Inishowen (136) / Derry: Derry (140) - Portstewart (140) / Antrim: Anreise und Aufenthalt (148) - Rathlin Island (148) - Belfast (151) / Down: Tauchen (154) - Loughshores (158) / Meerestiere - Namen und Synonyme / Literatur- und Quellenverzeichnis / Landkarten und Navigationsgerät (173) - Tauchbasenverzeichnis (177) / Notfall/Emergency (182) - Verlagsprogramm     nach unten     nach oben

 

Leseprobe

Irland

Eire von den Einheimischen, Ireland von den Briten und die Grüne Insel oder Land des Regenbogens von den Poeten genannt - liegt vor der Nordwestküste Großbritanniens. Beide Inseln trennt die raue Irische See, die Celtic Sea. In der Höhe des North Channels vor der Küste Antrims trennen Großbritannien und Irland nur 18 km. Das ist - in gewisser Hinsicht - aber auch schon die engste Verbindung. Manchmal liegen Welten zwischen benachbarten Ländern.

Landschaften

Die Dimensionen Irlands sind überschaubar und in einem Dreitagesmarathon im wahrsten Sinne des Wortes auch erfahrbar. Wenigstens mit dem Kraftfahrzeug: Irland ist 486 km lang und 275 km breit.

Irlands großer zentralen Ebene verleihen sanfte Hügel und Wasserflächen ein teils heiter-romantisches Gesicht. Bäche und Flüsse schlängeln sich in Mäandern durch saftige Wiesen. In Richtung Nordwest wird das Land zusehends rauer und karger. Öde Moore und einsame Heidekrautflächen prägen zunehmend hier das Antlitz der Insel. Kein Punkt Irlands ist mehr als 110 km vom Meer entfernt. Seine gesamte Küstenlinie misst 3170 km. Sie ist, außer im Osten Irlands, felsig und oft recht steil. An den Cliffs of Moher, einer der irländischen Touristenattraktionen, stürzen die Felswände 200 m senkrecht hinab zum Wasser. Entlang der meisten Küstenabschnitte erheben sich Bergketten. Die mächtigsten Gipfel liegen im County Kerry. Der höchste Berg befindet sich im Südwesten, ist 1041 m hoch und heißt Macgillycuddy's Reek.

Irlands längster Fluss ist der 370 km lange Shannon. Er fließt auf seinem Weg quer durch die Insel auch durch mehrere Seen und mündet dann im Westen in den Atlantik. Vier Schleusen ermöglichen den Schiffsverkehr auf einer Länge von 220 km. Die größten Seen heißen Lough Derg, Lough Ree, Lough Mask und Lough Corrib und sie liegen sämtlich im nordwestlichen Viertel von Irland.     nach unten     nach oben

Landesgliederung

Die gesamte Insel besteht aus vier historisch gewachsenen Provinzen mit insgesamt 32 Counties (Abkürzung: Co.), auch als Grafschaften übersetzt. Die Ostprovinz heißt Leinster (12 Counties), der Süden Munster (6 Counties), der Westen Connacht (5 Counties) und der Norden Ulster (9 Counties). Das immer noch zu Großbritannien gehörende Nordirland besteht aus den Ulster-Provinzen Monaghan, Antrim, Down, Armagh, Derry, Tyrone und Fermanagh. Die britische Regierung hat inzwischen jedoch die Provinzgrenzen aufgehoben und Nordirland in 26 Bezirke untergliedert.

Wenn ein Ire nach Nordirland fährt, reist er damit juristisch ins Ausland und braucht, beispielsweise, für seinen PKW eine Auslandskaskoversicherung. Neubundesbürgern kommen da beim Passieren der streng bewachten Grenze rasch vertraute wie ungute Erinnerungen. Doch die Iren können wenigstens seit eh und je passieren . . .

Klima und Wetter

Der Golfstrom und die Insellage sorgen für ein mildes, aber feuchtes Klima. Im Hochsommer steigen die Temperaturen kaum über 24 Grad und sie fallen im Winter selten unter den Gefrierpunkt. Schnee gilt als Rarität. Im Südwesten Irlands gedeihen subtropische Pflanzen. Dennoch: Die Winter sind nasskalt und werden dementsprechend als unangenehm empfunden.

Die wenigsten Niederschläge fallen im April und Mai. Im Osten Irlands regnet es etwas weniger als in anderen Regionen. Die Sonne scheint dafür am häufigsten im Südwesten. Der Juli und August sind zwar die wärmsten, aber auch sehr regenreiche Monate. Der Himmel wird fast nie makellos blau. Immer liegen Dunstschleier und Wolken über den Landschaften.     nach unten     nach oben

Reisezeit

Im April und Mai weht Frühjahrsstimmung auch über die irische Insel und färbt sie grüner und blühender denn je. Statistiker melden: die meisten Sonnentage, die wenigsten Regentage und so gut wie keine Touristen. Irland gehört da noch ganz den Iren. Irlandkenner schätzen die Zeit zwischen Mitte Mai und Ende Juni als beste Reisezeit. Warmes Frühsommerwetter, die meisten Sonnentage, noch günstigere Preise (Fähren, Übernachtungen) und weniger Trubel durch den erst allmählich einsetzenden Tourismus. Allenorts steht der Ginster in leuchtendgelber Blütenpracht. Und, wenn abends der Wind sich legt, ist immer noch Zeit genug für herrliche Spaziergänge. Das Tageslicht schwindet erst gegen 23 Uhr.

Juli und August sind - wie überall in Europa - die Hochsaison! Jede gewünschte Menge Trubel, Touristen und „Folklore“ in Hülle und Fülle. Überwiegend ausgebuchte Fähren und Unterkünfte. In den Gaststätten ist es schwierig, einen freien Tisch zu ergattern. Es ist vielerorts so richtig etwas los. Manche mögen das. Wer nicht, aber dennoch aus unaufschiebbaren Gründen nur zu dieser Zeit reisen kann, dem zum Trost: Irland ist groß genug, um abseits der Attraktionen und Hauptwanderrouten immer noch ein freies Eckchen zum Verkrümeln finden zu können.

Ab September dann verebben die Touristenströme. Die Regenhäufigkeit lässt wieder etwas nach - wenigstens statistisch. Mit schönen warmen Spätsommertagen kann gerechnet werden - wenigstens stundenweise. Es dunkelt jedoch merklich früher. Überall blühen Fuchsien und Heidekräuter. Eine ruhige, eine besinnliche Zeit. Immer mehr Gaststätten schließen. Fährlinien werden eingestellt. Der Herbst sendet seine Abendnebel aus. Im Oktober dann endet die Tourismussaison.     nach unten     nach oben

Die Unterwasserwelt

Manche irischen Sporttaucher treffen eine einfache wie radikale Einschätzung. Sie ziehen einen von Nord nach Süd durch Irlands Zentrum gehenden Strich und sagen: die Küste der westliche Hälfte ist zum Tauchen geeignet, die im Osten nicht!

Gewiß ein wenig simpel wie jede Vereinfachung und doch ebenso zutreffend: Die irische Ostküste ist häufig seicht und sandig oder gar schlammig; auf jeden Fall aber ist sie weit weniger felsig als die Westseite. Hier bedecken viel öfter Sand und Schlamm die Gründe. Das Wasser ist ein oder zwei Grad kühler und von geringerer Transparenz und die Fauna artenärmer als an der Westküste.

Im Norden der östlichen Inselhälfte beginnen die Felsen aus dem Meer zu wachsen und die Augen der Taucher schon ein bisschen zu leuchten. Die seltsam geformte nordirische Felsenküste namens Gigant's Causeway ist steinernes Zeugnis und überdies eine sehenswerte Touristenattraktion. Und nur gut zwei Dutzend Kilometer davon entfernt liegt - wrackumsäumt und von Tauchern heimgesucht - die nicht nur unter Ornithologen bekannte Vogelschutzinsel Rathlin Island.

Die Westküste! Die Kaltwasser-Taucheraugen schalten um auf Hochglanz. Aus dem Meer ragende Felsen, Klippen, in die Tiefe abstürzende Steilwände - und nur wenige Möglichkeiten, zum Tauchen auch ohne Boot sicher ins Wasser zu gelangen.

Die statistischen Taucherhochburgen liegen im Südwesten Irlands. Hier häufen sich Tauchbasen und Touristen, denn diese auch klimatisch begünstigten Regionen sind bekannt durch ihre reizvollen Landschaften mit den zerklüfteten Küsten, den Bergen und Tälern und den wunderschönen Aussichten. Und wo sich viele Touristen tummeln, gibt es halt auch mehr potenzielle Kunden und damit Existenzmöglichkeiten für Tauchbasen.

Im ärmeren irischen Nordwesten, dem wilden kargen Donegal, lief es andersherum. Der Staat stiftete eine erhebliche Summe, u. a. auch für ein Tauch- und Abenteuerzentrum, um Touristen anzulocken und damit die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln.

Doch wie auch immer die Einschätzung einzelner Regionen lautet: Ein Pauschalurteil! Nichts mindert die Möglichkeit, selbst in geschmähten Seegebieten wundervolle Details zu entdecken . . .     nach unten     nach oben

Sichtweiten

Das reine küstenferne Seewasser erlaubt Sichtweiten bis zu 100 m, in den polaren Regionen sogar noch mehr. Mit der Annäherung an die Küsten trüben zunehmend vielerlei im Wasser gelöste Stoffe, Mikroorganismen und Schwebeteilchen die Sicht ein.

Im allgemeinen herrschen beste Sichtverhältnisse mit Sichtweiten um und über 20 m zwischen Oktober und Januar, um dann ab Februar - bedingt durch die Planktonentwicklung - auf einen Tiefpunkt von wenigen Metern im März abzufallen. Von da an geht es wieder mit der Sichtweite fast kontinuierlich bergauf; von einem kleinen Rückschlag im Juli einmal abgesehen. Im Sommer ist gewöhnlich mit Sichtweiten zwischen 6 und 12 m zu rechnen.

Taucher haben also, im Gegensatz zu anderen Touristen, bezüglich der Reisezeit einen Entscheidungskonflikt mit sich und ihren Lieben auszutragen: längere und trockenere Tage, aber schlechtere Sichtverhältnisse und kälteres Wasser im Mai/Juni. Andererseits: der Hochsommer mit besserer Sicht und geringfügig angenehmer temperierter See, jedoch mehr Regen und Touristen.

Aber was heißt hier schon besser oder schlechter? Sicher ist wenig: Ein Tag mit schwerer See in ungünstigen Regionen genügt, der schönsten Sicht ein jähes Ende zu bereiten. Taucher wissen aus leidvoller Erfahrung: Die See um Irland ist eben ein Meer und in allen Meeren der Welt sitzt mit an den entscheidenden Schalthebeln auch der launische Wettergott.     nach unten     nach oben

Wassertemperaturen

Die taucherfreundlichsten Wassertemperaturen herrschen im Südwesten Irlands. Vor der Insel Valentia sorgen die Ausläufer des Golfstromes für 9,5...10 Grad im Februar, für 11 Grad im April, für 12 im Juni, für 14...15 Grad im August und für 12 Grad im Oktober.

Jedoch auch im Norden der Insel ist das Wasser kaum kühler, allenfalls um 1 Grad Celsius: zu kurz der Weg des Golfstromes entlang der Küste, um merklich abzukühlen. Vor Dublin indes ist das Meer immer um 1 oder 2 Grad kälter. Aber dieser eine Grad ist gewöhnlich (wenigstens temperaturmäßig) der ganze und damit zu vernachlässigende Unterschied zwischen Ost und West und Nord und Süd.

Im Sommer liegt die Sprungschicht, der Grenzbereich zwischen warmen Oberflächenwasser und dem meist so um 3 bis 4 Grad kälterem und klarerem Tiefenwasser zwischen 14 und 17 m.

Pflanzen

Die marine Flora besteht, sieht man einmal von den wenigen Seegräsern ab, eigentlich nur aus Algen. Doch Algen sind ebenso variabel wie artenreich. Ihr Erscheinungsbild reicht von nur unter dem Mikroskop erkennbaren Einzellern bis hin zu 25 m langen Braunalgen. Algen lassen sich in die Hauptgruppen Blau-, Grün-, Braun- und Rotalgen einordnen und die derberen Großalgen bezeichnet man auch als Tang.

Kleine Blaualgen sind erkennbar etwa in Form jener blauschwarzen Beläge oder Bänder oder glitschigen Büschel, die im Bereich der wechselnden Wasserlinie die Gesteine überziehen. Die meist hellgrün gefärbten Grünalgen bilden oft zarte Pflänzchen und wachsen - weil recht lichtbedürftig - nur in den obersten Wasserschichten. Recht markante Grünalgen sind der essbare Meersalat (Ulva lactuca) und die verschiedenen Codium-Arten.

Es wird noch öfter zu wiederholen sein: Tauchen in Irland bedeutet vor allem Tauchen über und in Laminarienwäldern. Kelp heißt das Zeug hier. Laminarien wie der Zuckertang (Laminaria saccharina), der Fingertang (Laminaria digata) und der Sackwurzeltang (Sacchorhiza polyschides) sind Braunalgen. Diese Tange wachsen vor allem auf Felsgründen, die sich nur langsam in die Tiefe senken. Die verbreitetsten Arten werden bis zu 3 oder 4 m lang und besiedeln Tiefen bis zu ungefähr 25 m. Die Laminarien besitzen einen mehr als fingerdicken Stiel, der in einer auch als Wedel bezeichneten Blattspreite endet. Der Stiel haftet mit kurzen hakenförmigen Gebilden, so genannten Hapteren, auf festen Untergründen. Die Alge erneuert den Pflanzenkörper durch Wachstum des Wedels in der Nähe des Stieles. Im Frühjahr lösen sich Teile der alten Wedel.

Die Laminarienwälder sind eine kleine stille Welt für sich mit allerlei Kleintieren und fest am Ort verwachsenen Lebewesen wie Moostierchenkolonien und Seescheiden, mit vielen Krebsarten, einigen wenigen Seeanemonen und vor allem Stachelhäutern und verschiedenen Fischarten. Und daher ist das Tauchen am Rande, zwischen und in den Laminarienwäldern natürlich mehr etwas für Leute mit Muße und einem Blick für das Detail, auch für Makrofotografen, als für Tiefen- oder Langstreckenfans.     nach unten     nach oben

Tiere

Dickleibige Wälzer reichten kaum aus, um auch nur die Namen aller bekannten Vertreter der nordostatlantischen Tierwelt aufzulisten. Einige wenige in Irland vorkommende Arten und - zur Verständigung - ihre Synonyme sind in der Übersichtsausgabe unter 24. Animals & Synonyms angeführt. Hier lediglich einige Hauptgruppen und ansonsten der Verweis auf weiterführende Literatur.

Schwämme

Es gibt kaum harte Untergründe, auf denen nicht auch Schwämme siedelten. Schwämme sind sehr einfach gebaute Tiere in vielerlei Formen und (teils auch prächtigen) Farben. Es gibt Röhren, Nieren, schichtartige Beläge, Stifte, Bälle, Becher, mit bizarren Verästelungen besetzte Knollen, Geweihe...

Ihr Körpergerüst besteht aus miteinander verflochtenen Kalk- oder Kieselsäurenadeln oder aus hornartigen Fasern, dem Spongin. Schwämme sind durch ihre häufig variierenden Farben und Formen meist schwer zu bestimmen: teils nur mit Lupe und Mikroskop nach der Form der Skelettnadeln.

Die Schwämme sind von einem mit winzigen Einströmöffnungen beginnendem System feinster Kanäle durchsetzt. Diese münden zu Tausenden in den oft für Schwämme typischen großen Ausströmöffnungen. In einem Teil der Kanäle befinden sich Kragengeißelzellen. Ihre Millionen unablässig peitschenartig schwingender Geißelfäden treiben Wasser durch den Schwamm und befördern damit Sauerstoff, Nahrungspartikel und Abfallprodukte durch den Organismus. Ein Schwamm mit dem Volumen von einem Liter vermag so täglich bis zu 2000 Liter durch die Poren seiner Oberfläche zu ziehen: 20 Bierfässer voll Wasser!

In der See vor Irland leben mehr als 100 Schwammarten. Die den Tauchern bekanntesten und auffälligsten Vertreter sind vielleicht die auch in der Ost- und Nordsee heimischen Brotkrumenschwämme, die sich etwa 50 bis 60 cm ausbreitenden Elefantenohren Pachymatisma johnstonia, die ebenso große blutrote bis orangefarbene Art Hymeniacidon perleve und vielleicht auch noch der Feigenschwamm, weil in ihm oft eine Krebsart siedelt.     nach unten     nach oben

Nesseltiere

Viele der schönsten Lebewesen der Meere entspringen einem Tierstamm mit dem wenig freundlichen Namen Nesseltiere (Cnidaria). Nesseltiere sind einfach gebaute und in der Systematik gleich nach den Schwämmen rangierende Tiere. Sie treten in zwei Organisationsformen auf: als festsitzender Polyp und als freischwimmende Meduse. Das charakteristischste Merkmal der Nesseltiere sind die Nesselkapseln, ob ihres komplizierten Aufbaus einem seinesgleichen suchendem Meisterstück der Natur. Die alle Meere besiedelnden Nesseltiere lassen sich in drei Klassen einteilen: Hydrozoen, Schirmquallen (Scyphozoa) und Blumentiere (Anthozoa). Die Blumentiere kommen stets nur in der Polypenform vor. Sie haben eine zylindrische Körperform mit meist randständigen Tentakeln. Blumentiere leben teils solitär, teils in Stöcken. Stockbildende und mit einem kalkartigem Skelett versehene Blumentiere sind die wichtigsten Baumeister von Korallenriffen. Riffbildende Blumentiere benötigen jedoch warmes klares Wasser und viel Licht. Deshalb sind im Nordostatlantik keine lebenden Korallenriffe zu finden, wohl aber

Lederkorallen

Die sicherlich schönsten auffälligsten Blumentierkolonien nordostatlantischer Gewässer sind die bis zu 20 cm hohen Ansiedlungen der Alcyonium digitatum, einer Leder- oder Weichkorallenart. Ihre Färbung ist variabel: weiß, gelb, orange und rosa. Die einzelnen Stöcke ähneln in ihren Umrissen einer Hand. Daraus resultiert der deutsche Trivialname „Seemannshand“ bzw. die gruselige englische Version, die übersetzt lautet: „Eines toten Mannes Finger“. Die etwa bis zu einen Zentimeter großen Korallenpolypen sind, nebst unzähligen Kalknadeln, in eine fleischige Körpermasse eingebettet. Bei Störungen ziehen sich die weißen Polypen in das Stockinnere zurück.     nach unten     nach oben

Seeanemonen,

Actinaria, sind wie die Weichkorallen nur als Polypen vorkommende Blumentiere. Sie leben meist solitär und besitzen häufig eine flache Fußscheibe zum Anheften auf hartem Untergrund. Äußerst langsame Fortbewegungen sind möglich, aber eher die Ausnahme. Zu ihrem Schutz können die Seeanemonen nicht nur die äußerst wirksamen Nesselkapseln einsetzen, sondern sich gewöhnlich auch zu zähen unansehnlichen Klumpen zusammenziehen. Die Anemonen stülpen dabei Mundscheibe und Tentakel in den Magenraum, verkürzen die Rumpfwandmuskulatur und verschnüren oben mit Ringmuskeln ihren Körper wie einen Tabaksbeutel.

Die am weitesten verbreitetste Seeanemone europäischer Gewässer ist die Purpurrose. Im südlichen Teil des Nordostatlantik ist ebenfalls häufig die aus dem Mittelmeer allseits bekannte Wachsrose, außerdem die Seenelke und die Seedahlie. Die bis zu 30 cm hohe Seenelke ist durch ihr Tentakelbukett von max. 20 cm Durchmesser aus bis zu 1000 feinen Armen leicht von den anderen Seeanemonen zu unterscheiden. Die Schmarotzerrose siedelt meist auf einem Schneckengehäuse, dass noch einen Einsiedlerkrebs herumzuschleppen hat. Die im Durchmesser nur einen Zentimeter große Juwelenanemone ist keine „richtige Seeanemone“, sondern eine Korallenart. Sie bildet an ihr zusagenden Stellen oft wunderschöne leuchtende Teppiche.

Zu dem Stamm der Weichtiere, der Mollusca, gehören die Klassen der Schnecken, Muscheln und Kopffüßer, bekannter unter dem Namen Tintenfische. Aber die Kopffüßer sind eben keine Fische, sondern Mollusken.     nach unten     nach oben

Schnecken

Weltweit sind mindestens 105000 Arten bekannt. Ihre teils herrlich geformten und auch farbenprächtigen Gehäuse haben jahrzehntelang wunderschöne „Muschelsammlungen“ entstehen lassen. Nur sind das eben meist keine Muscheln, sondern in der Regel Schneckengehäuse. Diese Sammlerleidenschaft hat große Schäden in der Tierwelt angerichtet, da hemmungslos alles gesammelt und abgefischt wurde, was sich vermarkten ließ. Einige Arten gar wurden praktisch ausgerottet, denn vor etlichen Jahren wurde manch kostbares Stück fast mit Gold aufgewogen! Die Zeiten des großen Handels indes sind nun vorbei. Das Sammeln ist meist verpönt bis verboten. Auch unsere Bitte: Lassen Sie alles dort, wo es hingehört: in diesem Fall nämlich im Meer. Und boykottieren Sie Souvenirhändler, denn ein Kauf ist ja nichts anderes als fischte man selbst - egal in oder aus welchem Meer!

Unscheinbar von der Größe her, doch auffällig in der Gestalt und ebenfalls oft wunderschön gefärbt, sind die Nacktkiemer, die Nudibranchia oder Nacktschnecken. Die marinen Nacktschnecken mit ihren teils auffälligen Kiemenbüscheln sind vor allem Bewohner warmer Meere. In den irischen Gewässern entdeckten Biologen aber immerhin rund 100 verschiedene Arten!     nach unten     nach oben

Muscheln

Die weltweite Vielfalt der Muscheln ist mit ungefähr 20000 Arten weitaus geringer als die der Schnecken. Die Bivalvia, so heißen die Muscheln auf lateinisch, haben stets zwei Schalen, die ein elastisches Band und ein als Scharnier wirkendes Schloss auf der Rückenseite zusammenhält. Dadurch lassen sich die Muscheln leicht von den Schnecken unterscheiden, die höchstens eine Schale und allenfalls noch einen Deckel besitzen. Die Bänder ziehen die Schalen durch ihre Eigenspannung auf. Zum Schließen muss die Muschel ihre Muskelkraft einsetzen; deshalb haben tote Tiere immer offene Schalen. Das hintere Ende des Muschelkörpers mündet in zwei meist miteinander verwachsenen Röhren. Durch eine Röhre (Sipho) strudelt das Tier Atemwasser und Nahrungsteilchen ein, die andere dient als „Abwasserrohr“.

Die meisten Muscheln können sich mit einem kräftigen Fuß über den Meeresgrund bewegen und oft auch eingraben. Doch viele Muscheln bevorzugen feste Siedlungsplätze. Andere wiederum wie die Kammmuscheln, um endlich auf die für Taucher in nordostatlantischen Gewässern interessanteste Spezis zu kommen, können gar schwimmen. Die Große Kammmuschel gehört, neben der bekannten mediterranen Jacobs-Pilgermuschel, zu den weltweit mit mehreren Hundert Arten verbreiteten Pectinidae, den Kammmuscheln. Den Autofahrern dürfte ihre Silhouette recht vertraut sein: das Logo des Shell-Konzerns!     nach unten     nach oben

Tintenfische

sind, wie gesagt, Weichtiere wie die Muscheln. Die beiden für Muscheln typischen Schalen verkümmerten allerdings bis auf zwei stabförmige Reste. Tintenfische bevorzugen schlupfwinkelreiche Felsregionen und Höhlen, nehmen aber auch mit Seegrasfeldern und steinigem Sandgrund vorlieb. Tintenfische kommen vor Irland weitaus seltener vor als etwa im Mittelmeerraum, aber gelegentlich begegnet man schon einem Gewöhnlichen Kraken oder im Sommer in Tiefen von nur wenigen Metern einem Sepiapärchen.

Der Krake gilt als recht intelligent. Er baut sich bei fehlenden Versteckmöglichkeiten selbst Höhlen und Burgen. Eingänge werden mit Steinen verbarrikadiert. Der Krake ist ein Einzelgänger. Muscheln und Krebstiere stehen an vorderster Stelle auf seinem Speiseplan. Bei Gefahr stößt er die bekannte namensgebende „Tintenwolke“ aus, um die Aufmerksamkeit des Angreifers abzulenken. Sie beeinträchtigt vielleicht auch den Geruchssinn seiner Feinde.  Im Mittelmeerraum halten viele Fischer Kraken für eine Delikatesse. Der Verfasser musste einmal kosten und fand, so ein Stück Arm ähnele im Geschmack und in der Konsistenz etwa paniertem Radiergummi.

Stachelhäuter

leben ausschließlich im Meer. Sie sind manchmal Zwitter, gewöhnlich aber getrenntgeschlechtlich. Ungeachtet zahlreicher Gemeinsamkeiten unterscheiden sich die Stachelhäuter in fünf deutlich voneinander getrennten Klassen: Haar- und Federsterne, Seesterne, Schlangensterne, Seeigel und Seegurken. Auch bei den anscheinend ganz aus dem Rahmen fallenden Seegurken ist die fünfstrahlige Symmetrie zwar nicht gleich ersichtlich, aber in verschiedenen Merkmalen doch vorhanden.

„Die Stachelhäuter sind“, bemerkte der Zoologe Frieder Sauer (1980), „eine ganz und gar unwahrscheinliche Tiergruppe. Es ist, als hätte die Natur zeigen wollen, was alles möglich und im Leben erfolgreich sein kann. Die Stachelhäuter haben keinen Kopf, der Mund sitzt meist auf der Bauchseite, der After auf dem Rücken und vor allem: bei ihnen gibt es kein Vorne und kein Hinten.“ Wenn etwa ein Seestern irgendwo gegenstößt, braucht er sich nicht umzudrehen, sondern kriecht mit einem anderen Arm voran in eine neue Richtung. Und Augen hat er ja an allen Armen!     nach unten     nach oben

Krebse

Die systematische Gliederung der ungefähr 40000 bekannten Krebstierarten ist ein kompliziertes Kapitel für Spezialisten. Deshalb nur so viel: Es gibt u. a. die Rankenfüßer wie die Entenmuscheln und Seepocken, die höheren Krebse (Malacostraca) mit ihren Asseln, Garnelen und Flohkrebsen und die uns Taucher am besten bekannten Vertreter der Zehnfüßigen Krebse (Decapoda) wie Garnelen, die langschwänzigen Langusten- und Hummerartigen (Macrura), die Einsiedlerkrebse und viele viele Krabbenarten. Die Krabben haben, gegenüber den anderen Zehnfüßigen, einen stark verkürzten Körper. Sie bilden die formenreichste Gruppe innerhalb der Zehnfüßigen. Die meisten Krebse, die man sieht, sind Krabben und die größten, die man sieht, sind meist die leckeren langschwänzigen Macrura. Für Irland gilt allerdings: Hände weg von allen Krebs- und Muschelarten!

Im englischen Sprachraum heißen die großen essbaren Krebstiere oft unterschiedslos Lobster. Doch die Langusten (Palinuridae) gehören zu einer ganz anderen Familie als die Hummer (Homaridae) und sie unterscheiden sich schon äußerlich. Im Gegensatz zu den Langusten sind die Hummer mit einem Paar stattlicher, muskulöser Scheren bewehrt, während die Langusten wiederum ein Stachelkleid und besser ausgebildete Antennen vorweisen können.     nach unten     nach oben  

Seescheiden

Die oft nur wenige Zentimeter großen Seescheiden sind, neben den Blumentieren, besondere Lieblinge der Unterwasserfotografen. Sie sind nämlich oft nicht nur wunderschön, sondern sie halten auch immer beim Fotografieren ganz still. In der Anatomie der Seescheiden finden sich Anklänge an die Entwicklung der Wirbeltiere. Ihre freischwimmenden Larven besitzen ein Neuralrohr und eine Chorda. Die Chorda ist ein Stützstab, um den herum sich bei den höheren Wirbeltieren die Wirbelsäule ausbildete. Während der Umwandlung der Ascidienlarven zu den sesshaften Alttieren geht die Chorda freilich wieder verloren. Die auffälligsten Seescheiden sind die Schlauch-, die Glaskeulen- und die flächigen Sternseescheiden.

Fische

Die von den Tauchern am meisten beachtetste Tiergruppe ist die der Fische. Und von diesen wiederum jene, die in Ufer- und Grundnähe leben. Vor Irland begegnet man vor allem verschiedenen Lippfischen (Wrasses), Rochen (Rays), etlichen Plattfischarten (Flatfishs), Seehasen (Lumpsuckers), Meeraalen (Conger eels), Lengfischen (Lings), Dorschartigen wie Dorsche (Cods) und Pollacks, verschiedenen Grundeln (Gobies) und natürlich den „Gassenjungen des Meeres“, wie Tiervater Alfred Brehm sie taufte, den Schleimfischen (Blennies). Schließlich und gar nicht so selten, sieht man auch Katzenhaie (Dogfishs) und im Glücksfall sogar einen Engelhai (Angelfish).

Am richtigen Ort zur richtigen Zeit erfordert es nicht allzu viel Glück, um auch einmal wenigstens die Rückenflosse des wohl größten in diesen Gewässern lebenden Fisches zu sehen: der bis zu 10 oder, nach anderen Quellen bis zu 15 m lang werdende Riesenhai (Cetorhinus maximus). Der Basker shark, wie er im Englischen heißt, ist ein früher wegen seiner enorm großen Leber erbarmungslos gejagter Planktonfresser. Die Hochburg der Haijagd, von 1947 bis 1975, war Achill Island. Im Durchschnitt wurden rund 100 Tiere jährlich geschlachtet!

Ein richtiger Ort für die Begegnung mit dem Riesenhai wäre vor allem die Westküste mit tiefem Wasser und die Nähe steiler Felsenküsten, die richtige Zeit vor allem der Mai und Juni. In der Umgebung von Achill Island indes sieht man sie heute nur noch höchst selten.     nach unten     nach oben

Waltiere

Die Säugetierordnung der Waltiere (Catacea) gliedert sich in zwei Unterordnungen (Bartenwale und Zahnwale) und 11 Familien mit insgesamt etwa 90 Arten. Für den absoluten Laien: Bei den Walen steht die Schwanzflosse immer waagerecht und bei den Fischen immer senkrecht! Auch bei den Plattfischen, denn bei ihnen verwandelt lediglich die Laune der Natur eine Körperseite zur Benutzung als Unterseite. - Viele Walarten ziehen, den jeweiligen Nahrungsvorkommen und ozeanographischen Veränderungen folgend, von Süd nach Nord und auch wieder zurück, streifen, verweilen oder verirren sich dabei auch in britische und irische Gewässer. Vor Irland wurden 23 verschiedene Waltierarten registriert, 10 davon gehören zu den häufigeren bis alltäglichen Beobachtungen.

Die Bartenwale sind sehr groß, auch das größte Säugetier der Welt, der Blauwal, ist ein Bartenwal. Aus dieser Unterordnung sieht man am ehesten - von einem Kliff oder Boot aus, weit draußen über tiefem Wasser, die bis zu 9 m langen Zwergwale (Balaenoptera acutorostrata) ihrer Wege ziehen. Aus der Palette der großen Zahnwale, besonders den Eigentlichen Delphinen (Delphinidae), kann mit dem Vorkommen der in aller Welt lebenden Schwertwale (Orcinus orca) gerechnet werden - mit bis zu 9 m die größte Delphinart! Schwertwale ziehen aber nur im Sommer in Küstennähe vorbei. Eher noch sind im Spätsommer und Herbst die Rückenflossen von Trupps der bis zu 8,5 m langen Grind- oder Pilotwale zu entdecken.

Von den kleineren Zahnwalen gilt eine Art der Schweinswalfamilie, der bis zu 1,8 m lange Gewöhnliche Schweinswal oder Kleine Tümmler (Phocoena phocoena) als der häufigste Wal europäischer Küsten. In Irland sind aber die Vertreter der Eigentlichen Delphine die bestimmenden Arten, allen voran der bis zu 3,6 oder gar 4 m lang werdende Großtümmler (Tursiops truncatus), der bis zu 2,8 m lange Weißstreifendelphin (Lagenorhynchus obliquidens) und der bis zu 3,1 m lange Weißschnauzendelphin (Lagenorhynchus albirostris).

Am ehesten sieht man kleine Trupps der häufigsten Waltierarten von den Klippen aus weit draußen auf dem Wasser oder während einer Ausfahrt zu den Tauchplätzen und es gibt in Irland keinen Küstenabschnitt, an dem nicht immer wieder einmal Delphine auftauchten. Die Chance, ihnen allerdings auch unter Wasser zu begegnen, ist fast gleich Null. Der zutrauliche Delfin namens Fungi, jahrelang die Touristenattraktion der Dingle Bay, ist die Ausnahme, die fast jede Regel hat.     nach unten     nach oben

Robben

Die dem Taucher eher als Delphine auffallenden im Meer lebenden Säugetiere - bevor sie von den Klippen ins Wasser hechten - sind die bis zu 2 m langen Kegelrobben (Halichoerus grypus, Grey seal) und in weitaus geringerer Artenzahl, aber auch hier vorkommend, die Seehunde (Phoca vitulina, Common or Harbour seal). „Kegelrobben haben“, charakterisierte van Gelderen (1993) ihre Köpfe, „gerade römische Nasen und Seehunde haben eher ein Hundegesicht, dass ein bisschen 'freundlicher' aussieht.“

Die Kegelrobbe ist eine der weltweit seltensten Robbenarten. Vor Jahren lebten noch ungefähr 60 Prozent aller bekannten Tiere in den Meeren vor Irland und Großbritannien. Den gegenwärtigen Bestand irischer Gewässer, mit steigender Tendenz, schätzt man heute auf 2000 bis 3000 Kegelrobben und vermutlich weniger als 2000 Seehunde. Kegelrobben bevorzugen felsige Küsten, Seehunde Sandstrände. Größere Seehundkolonien leben in der Galway Bay und in der Sligo Bay.


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